Wallfahrt - Lourdes

Der Lourdes Freundeskreis

Bernadette Soubirous

Im Jahr 1858 hatte Bernadette Soubirous nahe der Grotte Massabielle, was zu deutsch alter Fels bedeutet, mehrfach Erscheinungen in Form einer weiß gekleideten Frau.
Diese Frau gab sich als die „unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen. Während einer dieser Erscheinungen wurde eine Quelle in der Grotte freigelegt. Die weiße Mutter Gottes gab Bernadette Soubirous den Auftrag, eine Kirche auf der Grotte zu errichten.
Diese Kirche ist heute ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort. viele Menschen glauben, dass die Quelle Heilkräfte hat. Es wurde von vielen Wunderheilungen
berichtet.
Bernadette Soubirous wurde am 8. Dezember 1933 heilig gesprochen.


Bernadette Soubirous nach ihrem Tod

Doch etwas genauer:
Bernadette war die älteste Tochter eines ärmlich lebenden Müllers mit Namen François Soubirous. Er und seine Frau Louise lebten in Lourdes. Damals war es Dorf am nördlichen Fuße der Pyrenäen. Bernadette erkrankte bereits als kleines Kind an Asthma. Diese Krankheit begleitete sie ihr Leben lang bis zu ihrem Tod. Wahrscheinlich litt sie auch an einer allgemeinen Dystrophie, also an einem Zurückbleiben der körperlichen Entwicklung. Sie sprach nicht die französische Hochsprache, sondern das örtliche okzitanisch. Dies war in den damligen sozialen Verhältnissen, aus denen sie entstammte, üblich. Aufgrund finanzieller Probleme zog die Familie aus der Mühle aus und in ein leerstehendes Haus, das Cachot, ein. Es diente seinerzeit als Arrestzelle. Das Haus hatte die Familie vom Vetter Andre Sajous bekommen.

Die Ereignisse, die Bernadette berühmt werden ließen, begannen am 11. Februar 1858. Gegen 11 Uhr machten sich Bernadette, ihre Schwester Antoinette und ihre Freundin Jeanne Abadie zur nahen Grotte Massabielle auf, um jenseits des Flusses Gave de Pau Holz zu suchen. Dort erschien Bernadette oberhalb der Grotte in einer kleinen Nische zum ersten Mal eine weißgekleidete Frau.

Bernadette berichtete: „Ich hörte ein Geräusch ähnlich einem Windstoß, ich erhob die Augen zur Grotte und sah eine weißgekleidete Dame, welche ein weißes Kleid, einen blauen Schleier und auf jedem Fuß eine goldene Rose trug. Sie hatte ein weißes Kleid, einen blauen Gürtel und eine goldene Rose in der Farbe ihres Rosenkranzes auf jedem Fuß. Als ich das sah, rieb ich mir die Augen, weil ich dachte, mich zu täuschen...“

Die weiß gekleidete Jungfrau hat Bernadette - so wird berichtet - bei der dritten Erscheinung um 15 weitere Begegnungen ersucht. Ihre Wort lauteten: „Ich verspreche Ihnen nicht, Sie in dieser Welt glücklich zu machen, sondern in der anderen“. Bernadette erzählte dem Ortspfarrer Peyramale von „aqueró“, von „jener dort“. Der Pfarrar glaubte ihr nicht, sondern zweifelte an ihrem Geisteszustand. Er beauftragte Bernadette, die Frau zu fragen, wie sie heiße. Beim 16. Treffen beantwortete die weiße Dame diese Frage so: „Que soy era Immaculada Concepcion“, was übersetzt heißt: „Ich bin die unbefleckte Empfängnis“. Der Ortspfarrer war von diese Antwort überaus beeindruckt. Denn Papst Pius IX. hatte vier Jahre zuvor das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens verkündet. Er hielt es nicht für möglich, dass Bernadette hiervon Kenntnis haben konnte - mit Blick auf ihre mangelnden Bildung und angesichts der Tatsache, dass sie nicht bei der Erstkommunion gewesen war. Bernadette musste die Worte dere Jungfrau auf dem Rückweg immer wieder wiederholen, denn sie waren ihr derart unbekannt, dass sie sie sonst vergessen hätte. Der Pfarrer war überzeugt und er stand Bernadette zur Seite und verteidigte die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Bernadette wurde im Jahr 1866 Nonne im Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers. Dort lebte sie sehr zurückgezogen. Ihre Novizenmeisterin und spätere Superiorin war bereits in der Schule ihre Religionslehrerin gewesen. Sie mochte Bernadette nicht und glaubte auch nicht an ihre Visionen von Lourdes. Sie sträubte sich gegen die beginnende Verehrung Bernadettes, die nach ihrem Tod begann. Bernadette starb an Knochentuberkulose mit nur 35 Jahren.

Am 22. September 1909 wurde Bernadettes Leichnam exhumiert. 1925 wurde sie selig gesprochen und zu diesem Anlass wurde ihr Leichnam in einen Glassarg gelegt und in die Kapelle des Klosters Saint-Gildard in Nevers überführt. Der heutige Name lautet Espace Bernadette Soubirous. Man kann den Leichnam noch heute betrachten. Das Gesicht und die Hände wurden nach entsprechenden Abgüssen mit Wachsmasken, bedeckt bevor man den Leichnam in den Schrein bettete.

Bernadette wurde von Papst Pius XI. am 14. Juni 1925 selig, am 8. Dezember 1933 heilig gesprochen. Dieser Tag war das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis. Der
Gedenktag der heiligen Bernadette Soubirous ist der 16. April.