Wallfahrt - Lourdes

Der Lourdes Freundeskreis

Lourdes für Jungendliche und junge Erwachsene

Das Lourdes ein Imageproblem hat, wurde schon an anderer Stelle angesprochen. Lourdes darf nicht nur mit alt und krank in Verbindung gebracht werden. Gerade für junge Menschen bietet es Austausch und Begegnungen auf internationaler Ebene. So ist das Jugenddorf ein Anziehungspunkt für junge Pilger aus Italien, Spanien, Portugal und Frankreich.


Internationale Jugendbegegnung in Lourdes

Fast 100.000 Jugendliche aus diesen Ländern haben 2009 dort in Gebäuden und auf dem Zeltplatz übernachtet und Lourdes als Ort internationaler Gemeinschaft kennen gelernt. Junge Menschen aus den verschiedensten Nationen kommen nach Lourdes. Neben den bereits aufgeführten sind etwa auch Niederländer, Briten und Iren stark vertreten. Begegnungen finden nicht nur im Jugenddorf, sondern auch im "Heiligen Bezirk" rund um die Kathedralen und die Grotte statt. Dabei muss man sich nicht anstrengen. Kontakte ergeben sich ganz automatisch. Bei den täglich stattfindenden Prozessionen wird mehrsprachig gebetet und gesungen. Ein Höhepunkt eines Lourdesaufenthalts ist sicher die Internationale Messe, welche jeweils mittwochs und sonntags um 9.30 Uhr in der riesigen unterirdischen Basilika begangen wird.

In der internationalen Messe kann sich jeder Pilgern selbst einbringen. Wer (mehr oder weniger) singen kann und eineinhalb Stunden vor Gottesdienstbeginn in der Basilika ist, darf im Pilgerchor singen. Der Chorleiter bastelt aus der bunt zusammengewürfelten Sängerschar innerhalb einer guten Stunde eine Gruppe, welche den Gottesdienst mit Liedern in lateinischer, französischer, englischer, spanischer, italienischer, deutscher und niederländischer Sprache begleitet.
Der Chorleiter drückt auch beide Augen zu, wenn jemand schlecht singt. Wichtig ist allein, dass die Menschen mit ganzem Herzen dabei sind. Dann ist es auch nicht tragisch, wenn der eine oder andere Deutsche, Engländer und Holländer die französischen Kommandos des Chorleiters nicht versteht.

Natürlich dürfen auch eingespielt Kirchenchöre an der internationalen Messe teilnemhmen. Jedoch den Gottesdienst allein gestalten dürfen sie nicht. Denn die internationale Messe gehört den Pilgern.

Mitgestalten können Pilger auch noch auf andere Weise. Sie können sich als ehrenamtliche Helfer engagieren. Über 150.000 Ehrenamtliche waren 2009 in Lourdes. Die Deutschen nahmen jedoch eine veschwindend geringe Zahl ein. Die Helfer zahlen selbst für ihre Anreise, ihre Unterkunft und Verpflegung und betreuen vor Ort kranke und behinderte Pilger. Sie bekommen dafür aber auch einiges, nämlich ein Gefühl von Gemeinschaft und die Erfahrung des Glaubens. Die kranken und hilfebdürftigen Menschen zeigen viel an Dankbarkeit und Zuneigung.

Besonders engagiert unter den Deutschen in Lourdes sind die ehrenamtlichen Helfer aus dem Malteser-Orden.

Wer mit einer Krankheit nach Lourdes geht, sollte nicht verbissen auf ein körperliches Wunder hoffen. Es ist vielmehr die seelische Kraft, die man in Lourdes erfährt und die man in die Heimat mitnehmen kann. Zwar gab es in der Vergangenheit eine Vielzahl von Fällen, die als Wunder gelten und die auch der Vatikan offiziell anerkannt hat und die medizinisch bestätigt wurden. Auch wenn sich kein Wunder einstellt, so doch sicher die Kraft, die eigene Krankheit zu akzeptieren und das beste daraus zu machen.

Viele Lourdes-Pilger wohnen im "Accueil Notre Dame". Diese Acceuils kann man als Mischung aus Pension, Hospiz und Krankenhaus bezeichnen. Sie dienen den behinderten und kranken Pilgern als Unterkunft. Notre Dame liegt unmittelbar am Heiligen Bezirk gelegen. Mit 940 Betten und 30. 000 Übernachtungsgästen im Jahr ist es eines der großen Häuser in Lourdes.

Bekanntester Pilger, der dort übernachtete war Papst Johannes Paul II.
Anlass für den Papstbesuch war das 150. Jubiläum des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Es fand eine große Messe mit dem Kirchenoberhaupt statt, zu der über eine Million Gläubige kamen. Papst Johannes Paul wollte als einfacher kranker Pilger anreisen. Das war der Grund, warum er im Accueil in einem ganz normalen Zimmer übernachtete.
Zweitbekanntester Pilger in Lourdes war Papst Benedikt XVI. Er besucht den Wallfahrtsort vom 13. September - 15. September 2008.

Im Accueil sind generell keine besonderen Zimmer vorhanden; in Lourdes soll jeder gleich sein. Die Gäste bekommen Wertschätzung und werden als Mensch angenommen. Sie zahlen für die Übernachtung und Verpflegung einen kleinen Obulus, so viel, wie sich jeder leisten kann. Aus diesem Grund ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen. Die Pilger sind nicht vermögend und und sie und ihre Angehörigen bzw. die ehrenamtlichen Helfer müssen bereits einiges für die Anreise bezahlen.

Die Zugfahrt nach Lourdes ist nicht billig. Der für Lourdes zuständigen Bischof von Tarbes sowie den Verantwortlichen in den "Hospitalité" genannten Gesellschaften, die sich um die Anliegen der Pilger kümmern, bemühen sich bei der französischen Eisenbahngesellschaft um niedrigere Preise. Das soll helfen, wieder mehr Pilger aus allen Ländern nach Lourdes zu bringen. Das eigentliche Wunder von Lourdes, die internationale Begegnung und das Engagement der vielen Freiwilligen, die dort ehrenamtlich arbeiten, kann dann weiterleben.

Das Jugenddorf in Lourdes

Informationen zum Jugenddorf in Lourdes sowie Anmeldeformulare mit Preisliste gibt es bei :

Village des Jeunes
Sanctuaires Notre-Dame de Lourdes
Rue Monseigneur Rodhain
F-65100 LOURDES
Tel. 0(033) 5 62 42 79 95
Fax 0(033) 5 62 42 79 98

Junge Pilger haben mit dem Jugenddorf in Lourdes die Möglichkeit, zu Jugendherbergspreisen Unterkunft und Verpflegung zu bekommen.
Es gibt 300 Betten in unterschiedlichen Gebäuden, dazu Aufenthaltsräume und eine Kapelle.
Man kann auch Zelten, muss dafür aber sein eigenes Zelt mitbringen.
Jugendgruppen ab 50 Personen können eine Küche mit Speiseraum mieten, wenn sie sich selbst versorgen wollen.